Satire

Mann will mit Tankrabatt Millionär werden – und tankt jetzt fünfmal am Tag

7. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit · Redaktion Reich-Rechner

BIELEFELD (rk) – Dennis P. (41) aus Bielefeld-Sennestadt hat den Tankrabatt als das erkannt, was er für ihn ist: eine staatlich geförderte Vermögensstrategie. Seit dem 1. Oktober tankt der Vertriebsmitarbeiter fünfmal täglich. „Jeder Liter, den ich nicht tanke, ist gespartes Geld, das ich verschenke“, sagt P. „Das hat die Elite nur nie offen ausgesprochen.“

Seine Rechnung hat P. auf einer Serviette notiert, die er inzwischen in einer Klarsichthülle aufbewahrt. Pro Liter spare er rund 17 Cent. Bei fünf Tankfüllungen à 50 Litern am Tag ergebe das 42,50 € Ersparnis täglich, aufs Jahr hochgerechnet 15.512,50 €. „Und das ist noch ohne Zinseszins“, betont P. „Mit Zinseszins bin ich 2061 Millionär. Mit Zinseszins und Diesel sogar schon 2058.“

Leere Tanks durch strategische Pendelfahrten

Das einzige Problem: Um fünfmal am Tag zu tanken, muss der Tank fünfmal am Tag leer sein. P. löst das nach eigenen Angaben durch „strategische Pendelfahrten“. Morgens fährt er von Bielefeld nach Kassel und zurück, mittags nach Osnabrück, abends noch einmal zur Sicherheit nach Kassel. „Kassel hat die schönsten Tankstellen“, sagt P. „Und die Strecke ist lang genug, dass ich bei Ankunft wieder sparen darf.“

Seinen Job hat P. inzwischen auf Teilzeit reduziert, weil das Sparen ihn zeitlich stark beansprucht. „Früher habe ich acht Stunden am Tag gearbeitet und nichts gespart“, sagt er. „Heute fahre ich elf Stunden am Tag und spare 42,50 €. Das ist ein Stundenlohn, den mir kein Arbeitgeber zahlen würde. Zumindest kein seriöser.“

Seine Frau Melanie P. (39) unterstützt den Plan nur eingeschränkt. Die monatlichen Spritkosten der Familie seien seit dem Tankrabatt von 180 € auf 4.200 € gestiegen. „Er sagt, das sind keine Kosten, sondern Sparvorgänge“, berichtet sie. „Ich habe nachgefragt, wo das gesparte Geld ist. Er sagte: im Tank. Dann ist er nach Kassel gefahren.“

Institut warnt vor Sparblase

Das Institut für Konsumoptimismus (IfK) in Gütersloh beobachtet das Phänomen mit Sorge. Nach eigenen Erhebungen hätten seit dem 1. Oktober rund 3,8 Millionen Deutsche begonnen, „aus Sparsamkeit deutlich mehr auszugeben“. Institutsleiter Prof. Dr. Harald V. (63) spricht von einer „Rabatt-Rendite-Verwechslung“, die er sonst nur aus Möbelhäusern kenne.

„Wer 17 Cent pro Liter spart, indem er 1.000 Liter zusätzlich tankt, hat nicht gespart. Er hat einen sehr teuren Rabatt gekauft.“

V. verweist auf ähnliche Fälle aus der Vergangenheit. So habe ein Mann aus Bocholt im Winterschlussverkauf 2019 so viele reduzierte Daunenjacken gekauft, dass er sich nach eigener Aussage „quasi eine Altersvorsorge zusammengespart“ habe. Er besitze heute 214 Daunenjacken und keine Altersvorsorge.

Rechner zeigt Ergebnis in Litern

Um seine Strategie zu bestätigen, gab P. seine Zahlen in den Reich-Rechner ein. Sparrate: 1.275 € im Monat. Startkapital: ein halbvoller Tank. Seine Tankrechnung von 4.200 € im Monat trug er vorsichtshalber nicht ein. Der Rechner zeigte ihm tatsächlich eine Million, irgendwann. Dann schob P. den Reality-Check-Regler nach rechts, und Steuern, Gebühren und Inflation ließen das Ergebnis deutlich sinken. „Wie mein Tank“, sagt P. „Das ist ein gutes Zeichen. Dann darf ich wieder sparen.“

Ein Bekannter schickte ihm daraufhin den Artikel Wie lange muss man für eine Million sparen? P. las ihn an einer Zapfsäule in Kassel und fand ihn „sehr motivierend, bis auf den Teil mit dem Geld, das man wirklich zurücklegt“.

Großer Schritt zum Jahreswechsel

Der Tankrabatt endet zum Jahreswechsel. P. will die verbleibenden Wochen nutzen und plant, auf einen Lkw umzusteigen. „Ein 600-Liter-Tank ist wie ein Sparbuch mit Rädern“, sagt er. Seine Bank, der er den Plan als Anlagestrategie vorgestellt hat, bot ihm statt eines Lkw-Kredits ein Beratungsgespräch zum Thema Haushaltsbuch an. P. lehnte ab.

„Die Bank versteht das nicht“, sagt er. „Wer im Januar noch sparen will, muss im Dezember tanken.“ Dann stieg er ins Auto. Kassel wartet.

🎭 Dieser Text ist Satire. Personen, Zitate und Zahlen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit echten Menschen wären Zufall, Ähnlichkeiten mit deinem Kontostand nicht.

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