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Wie viel Vermögen sollte man mit 30 haben? Durchschnitt, Median und was wirklich zählt

6. Oktober 2026 · 10 Min. Lesezeit · Redaktion Reich-Rechner

Wie viel Vermögen mit 30 ist normal? Laut der aktuellsten Bundesbank-Studie (Erhebung 2023) hatte die Hälfte der Haushalte mit 25- bis 34-jähriger Hauptverdienerin oder Hauptverdiener weniger als 19.100 € Nettovermögen. Der Durchschnitt liegt mit 127.700 € zwar viel höher, sagt über dich aber wenig. Eine Pflichtsumme für 30 gibt es nicht.

Glückwunsch also: Wenn du mit 30 ein Girokonto, ein halb volles Tagesgeld und einen Kühlschrank besitzt, bist du statistisch erstaunlich normal. Laut Internet bist du damit natürlich bereits gescheitert. Wir schauen uns lieber die echten Zahlen an.

Wie viel Vermögen mit 30 haben Deutsche wirklich?

Die beste Quelle für das Durchschnittsvermögen in Deutschland nach Alter ist die Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF) der Deutschen Bundesbank. Für die aktuellste Welle wurden rund 4.000 Haushalte zwischen Mai 2023 und Februar 2024 befragt, veröffentlicht hat die Bundesbank die Ergebnisse im Monatsbericht April 2025. Die Werte nach Alter stammen aus dem zugehörigen Tabellenanhang. Die nächste Erhebung ist laut Bundesbank für 2026 geplant, Ergebnisse gibt es also frühestens in ein paar Jahren.

Alter der ReferenzpersonMittelwert NettovermögenMedian Nettovermögen
16 bis 24 Jahre35.400 €13.000 €
25 bis 34 Jahre127.700 €19.100 €
35 bis 44 Jahre238.200 €75.100 €
45 bis 54 Jahre409.600 €156.200 €
55 bis 64 Jahre440.100 €255.900 €
65 bis 74 Jahre411.500 €211.900 €
75 Jahre und älter348.900 €149.400 €
Alle Haushalte324.800 €103.200 €

Quelle: Deutsche Bundesbank, PHF 2023, Tabellenanhang Tabelle 2, Datenstand März 2025. Nominale Werte, Bezugsjahr 2023.

Drei Dinge musst du beim Lesen wissen, sonst vergleichst du Äpfel mit Eigentumswohnungen:

  • Es sind Haushaltswerte, keine Personenwerte. Die PHF-Studie erfasst das Vermögen des ganzen Haushalts. Ein Paar mit gemeinsamer Wohnung zählt als ein Haushalt.
  • Das Alter gehört der Referenzperson. Das ist laut Bundesbank die Person mit dem höchsten Einkommen im Haushalt. Die Zeile „25 bis 34“ heißt also: Haushalte, deren Hauptverdiener in diesem Alter ist.
  • Gesetzliche Rentenansprüche fehlen. Was du in der Rentenversicherung angesammelt hast, zählt nicht als Vermögen. Außerdem schätzen die Haushalte den Wert von Immobilien und Wertgegenständen selbst.

Für die Frage nach dem Vermögen mit 30 ist die Zeile „25 bis 34 Jahre“ die passende. Eine eigene Zeile nur für 30-Jährige weist die Bundesbank nicht aus.

Durchschnitt oder Median: Ein Milliardär betritt eine Kneipe

In einer Kneipe sitzen 50 Leute, jede Person hat 19.100 € Vermögen. Durchschnitt: 19.100 €. Median: 19.100 €. Dann kommt ein Milliardär herein, bestellt ein stilles Wasser und setzt sich an den Tresen.

Der Durchschnitt springt sofort auf rund 19,6 Millionen € pro Person. Der Median bleibt bei 19.100 €. Niemand an den Tischen ist reicher geworden, aber laut Mittelwert sind jetzt alle Multimillionäre. Der Milliardär zahlt übrigens trotzdem nicht die Runde.

Genau das passiert in den echten Daten. Der Median ist der Wert in der Mitte: Die eine Hälfte der Haushalte hat mehr, die andere weniger. Der Mittelwert ist die Summe aller Vermögen geteilt durch die Zahl der Haushalte. Ein paar sehr reiche Haushalte ziehen ihn nach oben.

Warum das durchschnittliche Vermögen mit 30 besonders schief ist

Bei den 25- bis 34-Jährigen ist der Mittelwert 6,7-mal so hoch wie der Median. Über alle Haushalte liegt dieses Verhältnis bei 3,1, bei den 45- bis 54-Jährigen bei 2,6. In keiner Altersgruppe klaffen Durchschnitt und Mitte so weit auseinander wie Anfang 30.

Der Grund ist naheliegend: Wenige junge Haushalte haben bereits eine Immobilie, ein Unternehmen oder eine Erbschaft, die meisten haben vor allem Kontoguthaben. Wenn du wissen willst, wo du stehst, vergleich dich mit dem Median beim Vermögen mit 30 Jahren, nicht mit dem Durchschnitt.

Woraus besteht das Vermögen mit 30?

Der Tabellenanhang der Bundesbank zeigt auch, was in den Haushalten der 25- bis 34-Jährigen steckt. „Bedingter Median“ heißt dabei: der mittlere Wert nur unter den Haushalten, die so etwas überhaupt besitzen.

  • Girokonto: Median 2.300 €.
  • Sparkonten und Bausparen: 62 Prozent der Haushalte haben welche, bedingter Median 7.000 €.
  • Selbst genutztes Wohneigentum: 13 Prozent der Haushalte.
  • Investmentfonds: 27 Prozent, bedingter Median 11.500 €.
  • Aktien: 21 Prozent, bedingter Median 8.300 €.
  • Private Altersvorsorge: 38 Prozent, bedingter Median 5.500 €.
  • Unbesicherte Kredite (zum Beispiel Konsum- oder Autokredite): 40 Prozent, bedingter Median 6.800 €.

Das mittlere Haushaltsnettoeinkommen dieser Altersgruppe lag laut derselben Studie bei 32.500 € im Jahr. Wer Anfang 30 ist, hat also typischerweise ein bisschen Erspartes, selten ein Eigenheim und ziemlich oft einen Kredit. Das ist kein Versagen, das ist ein Lebensabschnitt.

Wie viel Vermögen sollte man mit 30 haben?

Ehrliche Antwort: Es gibt keine offizielle Zahl, und weder Bundesbank noch Statistisches Bundesamt nennen eine. Was im Netz kursiert, sind Faustregeln, keine Pflicht. Die bekannteste stammt vom US-Vermögensverwalter Fidelity.

Laut Fidelity sollte man mit 30 mindestens ein Jahresgehalt gespart haben, mit 40 das Dreifache, mit 67 das Zehnfache. Die Annahmen dahinter: 15 Prozent Sparquote ab Mitte 20, Rente mit 67, mehr als die Hälfte in Aktien. Gedacht ist das für die USA, wo die private Vorsorge eine viel größere Rolle spielt.

Legt man die Regel trotzdem auf die deutschen Daten, sieht das so aus: Das mittlere Haushaltsbruttoeinkommen der 25- bis 34-Jährigen lag 2023 bei 51.500 € (PHF 2023). Ein Jahresgehalt wären also 51.500 €. Das tatsächliche Median-Nettovermögen dieser Gruppe: 19.100 €.

Die Mehrheit verfehlt die Regel also deutlich. Das liegt aber auch daran, dass in Deutschland die gesetzliche Rente einen Teil der Altersvorsorge übernimmt und in den PHF-Zahlen gar nicht auftaucht. Nimm die Faustregel deshalb als grobe Orientierung, nicht als Prüfung, die du mit 30 bestehen musst.

Was ein Sparplan bis 30 und bis 40 bringen kann

Statt auf eine Zielsumme zu starren, hilft ein Blick auf das, was regelmäßiges Sparen tatsächlich anrichtet. Annahmen für die folgende Rechnung: Start mit 25, monatliche Einzahlung am Monatsende, 5 Prozent Rendite pro Jahr, vor Steuern, Kosten und Inflation. Das ist eine Modellannahme, keine Prognose.

Monatliche SparrateStand mit 30davon eingezahltStand mit 40davon eingezahlt
100 €6.781 €6.000 €26.482 €18.000 €
250 €16.953 €15.000 €66.206 €45.000 €
500 €33.907 €30.000 €132.412 €90.000 €

Rechnet man zusätzlich 2 Prozent Inflation pro Jahr heraus, sind die 132.412 € mit 40 in heutiger Kaufkraft noch rund 98.400 € wert. Um mit 5 Prozent Rendite in fünf Jahren auf ein Jahresgehalt von 51.500 € zu kommen, bräuchtest du rund 759 € im Monat. Die Rechnung zeigt vor allem eins: Bis 30 macht die Sparrate die Arbeit, der Zinseszins kommt erst später richtig in Fahrt. Wie lange es bis zur Million dauert, haben wir hier durchgerechnet.

Vermögen mit 40: Wie viel sollte man mit 40 haben?

Zwischen 30 und 40 passiert finanziell eine Menge. Laut PHF 2023 lag das Median-Nettovermögen der Haushalte mit 35- bis 44-jähriger Referenzperson bei 75.100 €, der Mittelwert bei 238.200 €. Der Median ist damit fast viermal so hoch wie in der Gruppe darunter.

Ein wichtiger Treiber ist die Immobilie: Der Anteil der Haushalte mit selbst genutztem Wohneigentum steigt von 13 Prozent bei den 25- bis 34-Jährigen auf 33 Prozent bei den 35- bis 44-Jährigen. Wer kauft, hat allerdings meist auch einen Kredit, und gezählt wird nur der Wert abzüglich Schulden. Gleichzeitig steigt das mittlere Haushaltsnettoeinkommen auf 45.600 € im Jahr.

Wieviel Vermögen sollte man mit 40 haben? Nach der Fidelity-Faustregel wäre es das Dreifache eines Jahresgehalts. Beim mittleren Haushaltsbruttoeinkommen der 35- bis 44-Jährigen von 66.100 € wären das 198.300 €, also deutlich mehr als der tatsächliche Median. Auch hier gilt: Die Regel ist streng, amerikanisch und ignoriert deine Rentenpunkte.

Spannender als die Zielmarke ist die Richtung. Wenn dein Vermögen zwischen 30 und 40 wächst, deine Schulden schrumpfen und du nicht bei jeder Waschmaschine einen Ratenkredit brauchst, bist du auf einem guten Weg. Ab wann man in Deutschland als reich gilt, steht übrigens in diesem Artikel.

Was wirklich zählt

Eine einzelne Vermögenszahl sagt wenig darüber, wie stabil deine Finanzen sind. Vier Punkte sind wichtiger als der Vergleich mit Gleichaltrigen.

Notgroschen

Die Verbraucherzentrale nennt als Daumenregel einen Puffer von zwei bis drei Monatsgehältern, angepasst an die eigene Situation. Beim mittleren Haushaltsnettoeinkommen der 25- bis 34-Jährigen von 32.500 € im Jahr wären das rund 5.400 bis 8.100 €. Dieses Geld ist nicht zum Vermehren da, sondern dafür, dass eine kaputte Heizung keine Finanzkrise auslöst.

Schulden

40 Prozent der Haushalte mit 25- bis 34-jähriger Referenzperson haben laut PHF 2023 einen unbesicherten Kredit. Teure Konsumschulden und Dispo fressen jede Rendite, die du anderswo erwirtschaftest. Ein Euro weniger Schulden zählt im Nettovermögen genauso viel wie ein Euro mehr auf dem Konto.

Altersvorsorge

Nur 38 Prozent der Haushalte in dieser Altersgruppe haben laut Bundesbank eine private Altersvorsorge, bei den 35- bis 44-Jährigen sind es 55 Prozent. Wie du vorsorgst, ist deine Entscheidung, wir geben hier keine Anlageberatung. Wichtig ist nur, dass du es dir bewusst überlegst, statt es auf „irgendwann“ zu verschieben. Werkzeuge, die beim Überblick helfen, sammeln wir unter Empfehlungen.

Sparquote

Langfristig entscheidet weniger dein Kontostand mit 30 als der Anteil deines Einkommens, den du regelmäßig zurücklegst. Zum Vergleich: Laut Statistischem Bundesamt lag die Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland 2025 bei 10,5 Prozent des verfügbaren Einkommens, 2024 bei 11,2 Prozent. Wer konstant spart und das Gesparte steigert, wenn das Gehalt steigt, braucht keine Faustregel, um ruhig zu schlafen.

Vermögen mit 30 auf Reddit: Warum der Vergleich dich traurig macht

Wer „Vermögen mit 30 Reddit“ sucht, findet Threads voller Depotscreenshots mit sechsstelligen Summen. Das liegt nicht daran, dass alle anderen reicher sind als du. Es liegt an einem Selektionseffekt.

  • Wer postet, hat etwas zu zeigen. Menschen mit 300 € auf dem Tagesgeld schreiben selten einen Thread mit dem Titel „Mein Weg zur ersten Million, Zwischenstand“.
  • Finanzforen ziehen Finanznerds an. Wer sich freiwillig abends über Sparraten unterhält, spart meist überdurchschnittlich viel.
  • Niemand prüft die Zahlen. Ein Screenshot ist kein Kontoauszug, und Schulden, Erbschaften oder ein gut verdienender Partner stehen selten mit im Bild.
  • Personen und Haushalte werden vermischt. Viele nennen ihr eigenes Depot, andere das gemeinsame Vermögen mit Partnerin oder Partner.

Die repräsentative Bundesbank-Befragung ist deshalb der bessere Spiegel als jeder Thread. Und wenn dir jemand online erzählt, dass man mit 30 ohne Weiteres eine halbe Million haben könnte, lies vorher noch das hier.

Reality-Check: Die Hälfte der Haushalte mit 25- bis 34-jährigem Hauptverdiener hatte 2023 weniger als 19.100 € Nettovermögen. Wenn du darüber liegst, bist du in der oberen Hälfte deiner Altersgruppe, auch wenn sich das nach dem dritten Reddit-Thread nicht so anfühlt. Wenn du darunter liegst, bist du in sehr großer Gesellschaft. Der Lamborghini ist bei beiden Gruppen gleich weit weg.

Wo stehst du wirklich? Gib dein Vermögen in den Reich-Rechner ein und sieh, wie weit es noch bis zur Villa ist.

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Häufige Fragen

Wie viel Vermögen hat man mit 30 im Durchschnitt?

Laut Bundesbank-Studie PHF 2023 hatten Haushalte mit 25- bis 34-jähriger Referenzperson im Durchschnitt 127.700 € Nettovermögen. Dieser Wert wird von wenigen sehr vermögenden Haushalten nach oben gezogen. Aussagekräftiger ist der Median von 19.100 €.

Was ist der Median beim Vermögen mit 30 Jahren?

Der Median lag 2023 für Haushalte mit 25- bis 34-jähriger Referenzperson bei 19.100 €. Die Hälfte dieser Haushalte hatte also mehr, die andere Hälfte weniger. Es handelt sich um Haushaltswerte, nicht um das Vermögen einzelner Personen.

Wie viel Vermögen sollte man mit 40 haben?

Eine verbindliche Zahl gibt es nicht. Die Faustregel von Fidelity nennt das Dreifache des Jahresgehalts, sie ist aber für die USA gedacht. Tatsächlich lag der Median der Haushalte mit 35- bis 44-jähriger Referenzperson laut PHF 2023 bei 75.100 €.

Zählt die gesetzliche Rente zum Vermögen?

In der Bundesbank-Studie nicht. Ansprüche an die gesetzliche Rente oder Pension sind dort ausdrücklich ausgeklammert, weil sie kein angespartes Vermögen sind. Wer viele Rentenpunkte hat, ist also besser abgesichert, als die Vermögenszahl zeigt.

Warum haben Menschen auf Reddit mit 30 so viel mehr Vermögen?

Weil vor allem diejenigen posten, die etwas vorzeigen können, und Finanzforen ohnehin überdurchschnittlich sparfreudige Menschen anziehen. Die Zahlen sind weder repräsentativ noch überprüft. Für einen realistischen Vergleich taugt die Bundesbank-Befragung deutlich besser.

Ist es schlimm, mit 30 kein Vermögen zu haben?

Es ist häufiger, als die meisten denken: Ein großer Teil der jungen Haushalte hat vor allem Kontoguthaben und oft einen Kredit. Entscheidend ist, ob du einen Notgroschen aufbaust, teure Schulden abbaust und regelmäßig sparst. Zwischen 30 und 40 wächst das Vermögen bei vielen Haushalten deutlich.

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