Was ist das Altersvorsorgedepot?
Ein staatlich gefördertes Depot für die Rente, das ab 1. Januar 2027 Riester ersetzt. Du legst in ETFs oder Fonds an, der Staat legt Zulagen dazu, und bis zur Auszahlung fallen keine Steuern auf Erträge an. Beschlossen ist es mit dem Altersvorsorgereformgesetz, das im Mai 2026 in Kraft getreten ist.
Wie viel Zulage gibt es beim Altersvorsorgedepot?
Für jeden Euro Eigenbeitrag bis 360 € im Jahr gibt es 50 Cent, für jeden weiteren Euro bis 1.800 € 25 Cent. Das sind höchstens 540 € Grundzulage im Jahr, erreicht bei 150 € im Monat. Dazu kommen bis zu 300 € je Kind mit Kindergeld und einmalig 200 € für alle, die vor dem 25. Geburtstag abschließen.
Wer bekommt die Förderung?
Alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, Beamtinnen und Beamte und neu ab 2027 auch Selbstständige und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke. Ehepartner von Berechtigten können mittelbar gefördert werden. Wer genau dazugehört, prüft dein Anbieter bei der Zulagenstelle.
Ab wann kann ich ein Altersvorsorgedepot eröffnen?
Die ersten Verträge starten am 1. Januar 2027. Trade Republic, Scalable Capital und andere Anbieter haben Vormerklisten eröffnet. Die endgültigen Konditionen stehen erst fest, wenn die Produkte zertifiziert sind.
Wie viel sollte ich einzahlen?
Für die volle Grundzulage reichen 150 € im Monat (1.800 € im Jahr). Die höchste Grundzulage pro Euro gibt es für die ersten 30 € im Monat: Darauf legt der Staat 50 % drauf. Mit Kindern reichen schon 25 € im Monat für die volle Kinderzulage von 300 € je Kind. Einzahlen darfst du bis 6.840 € im Jahr, gefördert werden aber nur 1.800 €.
Wie wird das Altersvorsorgedepot im Alter versteuert?
Nachgelagert: In der Ansparphase zahlst du keine Abgeltungsteuer und keine Vorabpauschale. Was aus geförderten Beiträgen, Zulagen und deren Erträgen stammt, wird im Alter mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, der im Ruhestand meist niedriger ist als im Berufsleben. Bei Beiträgen über 1.800 € im Jahr, die keine Zulage bekommen haben, wird nur der Ertrag versteuert, bei einer Auszahlung ab 62 nach mindestens 12 Jahren Laufzeit nur zur Hälfte.
Wann und wie wird ausgezahlt?
Frühestens ab 65 oder ab Bezug der gesetzlichen Altersrente, spätestens ab 70. Du wählst zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlplan, der mindestens bis 85 läuft. Bis zu 30 % kannst du dir zu Beginn auf einmal auszahlen lassen.
Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?
Er läuft unverändert weiter, neue Riester-Verträge gibt es ab 2027 nicht mehr. Du kannst freiwillig in ein Altersvorsorgedepot wechseln, ohne erhaltene Zulagen zurückzahlen zu müssen. Eröffnest du ein neues Altersvorsorgedepot, gelten die neuen Förderregeln laut Deutscher Rentenversicherung automatisch auch für den alten Vertrag.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot?
Für fast alle, die Anspruch auf Förderung haben und einen Teil ihres Geldes bis zur Rente nicht brauchen: Auf die ersten 30 € im Monat gibt es 50 % Zuschuss, auf die nächsten 120 € 25 %, dazu Steuerfreiheit bis zur Auszahlung. Der Haken: Das Geld ist bis 65 oder bis zum Bezug deiner Altersrente gebunden, und was aus geförderten Beiträgen und Zulagen stammt, wird bei der Auszahlung voll versteuert. Wer flexibel bleiben will, spart zusätzlich in einem normalen ETF-Depot.
Was ist das Standardprodukt?
Jeder Anbieter muss ein einfaches Standardprodukt anbieten, dessen Kosten gesetzlich auf 1 % im Jahr gedeckelt sind. Es mischt einen risikoarmen Baustein mit einem renditeorientierten. Wer selbst ETFs auswählen will, nimmt das frei gestaltbare Depot, dort gibt es keinen gesetzlichen Kostendeckel.