Vorabpauschale 2026 · Abbuchung im Januar 2027

Vorabpauschale-Rechner: Wie viel bucht dein Broker im Januar ab?

Anfang Januar holt sich der Staat bei thesaurierenden ETFs einen kleinen Vorschuss, auch wenn du nichts verkauft hast. Trag deinen Depotwert ein und du siehst, wie viel Steuer fällig wird, ob dein Freistellungsauftrag reicht und wie viel Geld bis Silvester aufs Verrechnungskonto gehört.

Basiszins 2026
3,20 %
Abbuchung
4. Januar 2027
Höchstens je 10.000 € Aktien-ETF
41,36 €
Steuerfrei bis (1.000 € Freibetrag)
63.800 €

Basiszins zum 2. Januar 2026 laut BMF-Schreiben vom 13. Januar 2026. Steuerfrei-Grenze: Aktien-ETF, thesaurierend, voller Sparerpauschbetrag, keine anderen Kapitalerträge bei derselben Bank.

Rechner

Deine Vorabpauschale für 2026

Ein Depot, ein Freistellungsauftrag. Hast du ETFs bei mehreren Banken, rechne jede Bank einzeln, weil jede ihre Steuer selbst abzieht.

Wert deiner ETF-Anteile zum Jahresbeginn, steht in der Depot-App oder auf dem Jahresauszug.
Was im Jahr neu dazukam. Käufe zählen nur anteilig: für jeden vollen Monat vor dem Kauf ein Zwölftel weniger.
Wertentwicklung deines ETFs vom 1. Januar bis 31. Dezember. Ab 2,24 % Plus ändert sich nichts mehr, darunter wird die Vorabpauschale kleiner, bei Minus fällt keine an.
Höchstens 1.000 €, für Ehepaare 2.000 €. Zählt für 2027, weil die Vorabpauschale erst im Januar 2027 zufließt. 0, wenn du keinen erteilt hast.
Bestimmt die Teilfreistellung. Aktien-ETF: mindestens 51 % Aktien, etwa MSCI World oder FTSE All-World. Mischfonds: mindestens 25 % Aktien. Anleihen-, Geldmarkt- und Rohstoff-ETFs: keine Teilfreistellung.
Ausschüttungen und Kirchensteuer
In Prozent des Depotwerts zum Jahresbeginn. 0 bei thesaurierenden ETFs (Accumulating, „Acc“). Breite ausschüttende Aktien-ETFs liegen meist bei 1,5 bis 2 %.
Die Bank zieht sie automatisch mit ab, wenn du Mitglied einer Kirche bist.
Steuer am 4. Januar 2027 –

Trag deinen Depotwert ein.

Vorabpauschale–
Steuerpflichtig nach Teilfreistellung–
Durch Freistellungsauftrag gedeckt–
Freibetrag danach noch übrig–
Ohne Freistellungsauftrag wären es–

So wird gerechnet

Vereinfachte Rechnung nach § 18 InvStG für Privatanleger mit Wohnsitz in Deutschland: Sparplan-Käufe jeweils am Monatsanfang zu einem gleichmäßig steigenden Kurs, Ausschüttungen bezogen auf den Wert zu Jahresbeginn. Die Bank rechnet je Fonds und je Kauf auf den Cent genau, kleine Abweichungen sind normal.

Steuerfrei-Grenze

Bis zu welchem Depotwert zahlst du keine Vorabpauschale?

Solange die Vorabpauschale nach Teilfreistellung in deinen Freistellungsauftrag passt, bucht die Bank nichts ab. Das ist bei 3,20 % Basiszins bis zu diesen Depotwerten zu Jahresbeginn der Fall, wenn bei derselben Bank keine anderen Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Verkaufsgewinne) den Freibetrag verbrauchen.

FondsartTeilfreistellungSingle (1.000 €)Paar (2.000 €)
Aktien-ETF (30 % frei)30 %63.776 €127.551 €
Mischfonds (15 % frei)15 %52.521 €105.042 €
Anleihen-/Geldmarkt-ETF0 %44.643 €89.286 €
Immobilienfonds (60 % frei)60 %111.607 €223.214 €

Annahme: Der Fonds ist 2026 mindestens um 2,24 % gestiegen und schüttet nichts aus. Ein laufender Sparplan kommt anteilig dazu, die Grenze für den Bestand zum 1. Januar liegt dann etwas niedriger.

Was das für dich heißt

Die meisten Sparer zahlen auf die Vorabpauschale keinen Cent, weil ihr Freistellungsauftrag reicht. Ärgerlich wird es in drei Fällen: Du hast keinen Freistellungsauftrag erteilt, du hast deinen Freibetrag schon bei der Hausbank oder beim Tagesgeld verbraucht, oder dein Depot ist größer als die Grenze oben. Schon ein Tagesgeld mit 40.000 € zu 2 % Zinsen verbraucht 800 € Freibetrag. Dann lohnt es sich, den Freistellungsauftrag für 2027 vor Silvester neu zu verteilen.

Einfach erklärt

So wird die Vorabpauschale berechnet

  1. Basisertrag: Wert deiner Anteile am 1. Januar × Basiszins × 0,7. Für 2026: Wert × 3,20 % × 0,7 = Wert × 2,24 %.
  2. Deckel: Höchstens der tatsächliche Wertzuwachs im Jahr plus Ausschüttungen. Ist der ETF gefallen, gibt es keine Vorabpauschale.
  3. Ausschüttungen abziehen: Was der Fonds ausgezahlt hat, wird abgezogen, weil es ohnehin versteuert wird.
  4. Neu gekaufte Anteile: Für jeden vollen Monat vor dem Kauf ein Zwölftel weniger. Im Dezember gekaufte Anteile zählen also nur zu 1/12.
  5. Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs sind 30 % steuerfrei, bei Mischfonds 15 %, bei Immobilienfonds 60 %.
  6. Freibetrag und Steuer: Was über dem Freistellungsauftrag liegt, kostet 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf, zusammen 26,375 %, mit Kirchensteuer etwas mehr.

Beispiel

20.000 € in einem MSCI-World-ETF am 1. Januar 2026, der ETF steigt im Jahr um 8 %, kein Sparplan. Basisertrag: 20.000 € × 2,24 % = 448,00 €. Der Wertzuwachs (1.600 €) ist größer, also bleibt es bei 448,00 €. Nach 30 % Teilfreistellung sind 313,60 € steuerpflichtig. Mit Freistellungsauftrag: 0 €. Ohne: 82,71 €.

Basiszins und Vorabpauschale der letzten Jahre

JahrBasiszinsHöchste Vorabpauschale je 10.000 €Abgebucht im Januar
20263,20 %224,00 €2027
20252,53 %177,10 €2026
20242,29 %160,30 €2025
20232,55 %178,50 €2024
2022-0,05 %keine2023
2021-0,45 %keine2022
20200,07 %4,90 €2021
20190,52 %36,40 €2020
20180,87 %60,90 €2019

Der Basiszins hängt an den langfristigen Zinsen. Seit die Zinsen 2022 gestiegen sind, ist die Vorabpauschale zurück, und mit 3,20 % ist sie für 2026 so hoch wie seit Einführung 2018 nicht. Im geförderten Altersvorsorgedepot ab 2027 fällt übrigens keine Vorabpauschale an, dort wird erst im Alter versteuert. Für große Bargeldbeträge im Geldmarkt-ETF ist die Vorabpauschale fast der ganze Jahresertrag.

Steuer zurückholen

Zu viel Vorabpauschale gezahlt? So bekommst du sie zurück

Freistellungsauftrag vergessen, falsch verteilt oder ein niedriger persönlicher Steuersatz: Mit der Steuererklärung (Anlage KAP) holst du die Steuer zurück. Die Zahlen stehen auf der Steuerbescheinigung, die deine Bank im Frühjahr schickt.

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Häufige Fragen

Fragen zur Vorabpauschale

Was ist die Vorabpauschale?

Ein Mindestertrag, den der Staat bei Fonds und ETFs jedes Jahr besteuert, auch wenn du nichts verkaufst und nichts ausgeschüttet wird. So zahlen thesaurierende (wiederanlegende) ETFs laufend ein bisschen Steuer statt alles erst beim Verkauf. Die Vorabpauschale ist 70 % des Basiszinses mal Fondswert zu Jahresbeginn, höchstens aber der tatsächliche Wertzuwachs im Jahr. Ausschüttungen werden abgezogen.

Wann wird die Vorabpauschale 2027 abgebucht?

Die Vorabpauschale für 2026 gilt nach § 18 Abs. 3 InvStG am ersten Werktag des nächsten Jahres als zugeflossen, also am 4. Januar 2027. Dein Broker oder deine Bank bucht die Steuer dann in den ersten Januartagen vom Verrechnungskonto ab. Steuerlich zählt sie zum Jahr 2027, es gilt also dein Freistellungsauftrag für 2027.

Wie hoch ist der Basiszins für die Vorabpauschale 2026?

3,20 %. Den Wert hat die Bundesbank zum 2. Januar 2026 aus der Zinsstruktur errechnet, das Bundesfinanzministerium hat ihn im BMF-Schreiben vom 13. Januar 2026 veröffentlicht. 70 % davon sind 2,24 %, das ist die höchste mögliche Vorabpauschale je Euro Fondswert. Der Basiszins für 2027 wird erst Anfang Januar 2027 bekannt gegeben.

Wie viel Steuer zahle ich auf 10.000 € im ETF?

Höchstens 41,36 €, wenn dein Freibetrag schon aufgebraucht ist. Bei einem Aktien-ETF mit 10.000 € zu Jahresbeginn und mindestens 2,24 % Kursplus beträgt die Vorabpauschale 224,00 €, davon sind nach 30 % Teilfreistellung 156,80 € steuerpflichtig. Mit Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag (26,375 %) sind das 41,36 €. Liegt ein Freistellungsauftrag vor, zahlst du meist gar nichts.

Muss ich die Vorabpauschale doppelt versteuern?

Nein. Die Vorabpauschale ist eine Vorauszahlung. Wenn du die Anteile später verkaufst, zieht der Broker alle bereits versteuerten Vorabpauschalen vom Gewinn ab. Insgesamt zahlst du also nicht mehr Steuer, nur früher.

Wann bucht Trade Republic oder Scalable die Vorabpauschale ab?

Genauso wie jede andere Bank in Deutschland: in den ersten Tagen nach dem 4. Januar 2027, vom Guthaben auf deinem Verrechnungs- oder Cash-Konto. Neobroker rechnen die Vorabpauschale nach denselben Regeln aus § 18 InvStG, es gibt keinen Unterschied zwischen Banken. Auch dort zählt der Freistellungsauftrag, den du in der App hinterlegt hast. Hast du Depots bei mehreren Anbietern, rechnet jeder für sich und nutzt nur den Freibetrag, den du ihm zugeteilt hast.

Was passiert, wenn kein Geld auf dem Verrechnungskonto ist?

Dann kann die Bank die Steuer nicht sofort einziehen. Je nach Bank wird das Konto überzogen, die Steuer später eingezogen oder dem Finanzamt gemeldet, das sie dann über die Steuererklärung holt. Wie genau, regelt jede Bank selbst. Am einfachsten ist es, bis Ende Dezember den Betrag aus diesem Rechner aufs Verrechnungskonto zu legen.

Gilt der Freistellungsauftrag für die Vorabpauschale?

Ja. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Ehepaare 2.000 €) gilt auch für die Vorabpauschale. Weil die Vorabpauschale für 2026 erst im Januar 2027 zufließt, zählt dein Freistellungsauftrag für 2027. Mit vollem Freibetrag zahlst du für einen Aktien-ETF bis rund 63.800 € Depotwert (Paare 127.600 €) keine Steuer auf die Vorabpauschale, solange du keine anderen Kapitalerträge bei derselben Bank hast.

Fällt die Vorabpauschale auch bei ausschüttenden ETFs an?

Ja, aber meist nur klein oder gar nicht, weil die Ausschüttungen abgezogen werden. Schüttet ein ETF im Jahr mehr aus, als die Vorabpauschale wäre, fällt keine an. Die Ausschüttung selbst wird dann ganz normal versteuert.

Wie hole ich zu viel gezahlte Steuer auf die Vorabpauschale zurück?

Über die Steuererklärung mit der Anlage KAP. Das lohnt sich, wenn du deinen Freibetrag nicht oder falsch verteilt hast, wenn bei einer anderen Bank noch Freibetrag übrig war oder wenn dein persönlicher Steuersatz unter 25 % liegt (Günstigerprüfung). Die Steuerbescheinigung deiner Bank liefert alle Zahlen dafür.

Quellen

Zuletzt geprüft: Rechenweg: Vorabpauschale = max(0, min(Wert 1.1. × Basiszins × 0,7; Wertzuwachs + Ausschüttungen) − Ausschüttungen), Käufe im Jahr anteilig mit (13 − Kaufmonat) ÷ 12; davon steuerpflichtig (1 − Teilfreistellung); Steuer auf den Teil über dem Freistellungsauftrag: Abgeltungsteuer = Betrag ÷ (4 + Kirchensteuersatz), plus 5,5 % Soli und Kirchensteuer darauf.Fehler gefunden? lambo@reich-rechner.de

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Grafik: Vorabpauschale 2026 mit Basiszins 3,20 Prozent. Ein thesaurierender Aktien-ETF bleibt mit vollem Sparerpauschbetrag bis rund 63.800 Euro Depotwert steuerfrei. Abbuchung am 4. Januar 2027.
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