Wie hoch ist der Freistellungsauftrag 2027?
Bis zu 1.000 € pro Person und Jahr, für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner mit gemeinsamer Veranlagung 2.000 €. So hoch ist der Sparerpauschbetrag seit 2023 (§ 20 Abs. 9 EStG). Bis zu diesem Betrag bleiben Zinsen, Dividenden, Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Kursgewinne steuerfrei, wenn die Bank einen Freistellungsauftrag von dir hat.
Wie verteile ich den Freistellungsauftrag auf mehrere Banken?
Jede Bank bekommt so viel, wie dort im Jahr voraussichtlich an Erträgen anfällt: Zinsen beim Tagesgeld, Vorabpauschale und Ausschüttungen im Depot. Zusammen dürfen es höchstens 1.000 € (Paare 2.000 €) sein. Wo nichts anfällt, etwa beim Girokonto ohne Zinsen, ist jeder Euro Freistellungsauftrag verschenkt. Reichen die 1.000 € nicht für alle Erträge, spielt die Verteilung keine Rolle, solange jeder Euro dort liegt, wo Erträge anfallen: Jeder Euro Freibetrag spart gleich viel Steuer.
Zählt die Vorabpauschale für den Freistellungsauftrag 2026 oder 2027?
Für 2027. Die Vorabpauschale für 2026 gilt am 4. Januar 2027 als zugeflossen. Wer jetzt den Freistellungsauftrag für 2027 einrichtet, sollte beim Depot also gleich die Vorabpauschale aus dem Januar einplanen. Wie hoch sie ist, rechnet der Vorabpauschale-Rechner genau aus.
Kann ich den Freistellungsauftrag jederzeit ändern?
Ja, in der App oder im Online-Banking, meist in wenigen Minuten. Für das laufende Jahr geht das bis zum 31. Dezember. Herabsetzen kannst du ihn nur bis auf den Betrag, den die Bank in diesem Jahr schon verbraucht hat. Viele Banken rechnen bereits abgezogene Steuer danach automatisch zurück. Für das neue Jahr kannst du schon jetzt einen neuen Auftrag ab 1. Januar erteilen.
Was passiert, wenn ich mehr als 1.000 € freistelle?
Das darf nicht passieren. Die Banken melden alle Freistellungsaufträge an das Bundeszentralamt für Steuern. Bei mehr als 1.000 € (Paare 2.000 €) insgesamt fällt das auf, und das Finanzamt holt die zu wenig gezahlte Steuer nach. Wer zu viel verteilt hat, sollte einen Auftrag herabsetzen.
Was, wenn ich gar keinen Freistellungsauftrag habe?
Dann zieht die Bank 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag (zusammen 26,375 %) und gegebenenfalls Kirchensteuer vom ersten Euro ab. Das Geld ist nicht weg: Mit der Steuererklärung (Anlage KAP) bekommst du es zurück, wenn dein Sparerpauschbetrag nicht ausgeschöpft war. Bequemer ist es, gleich einen Freistellungsauftrag zu erteilen.
Wie viel Geld kann ich steuerfrei aufs Tagesgeld legen?
Bei 2 % Zinsen bleiben bis 50.000 € Guthaben steuerfrei, bei 3 % bis 33.333 €, jeweils mit dem vollen Freistellungsauftrag über 1.000 € bei dieser Bank und ohne andere Kapitalerträge. Ein thesaurierender Aktien-ETF bleibt mit dem Basiszins 2026 bis rund 63.800 € Depotwert frei von Steuern auf die Vorabpauschale.
Gilt ein gemeinsamer Freistellungsauftrag für Einzelkonten?
Ja. Ein gemeinsamer Freistellungsauftrag von Ehepartnern über bis zu 2.000 € gilt bei dieser Bank für Gemeinschaftskonten und für die Einzelkonten beider Partner. Hat einer seinen Teil nicht ausgeschöpft, nutzt die Bank den Rest für den anderen.
Brauche ich für den Freistellungsauftrag meine Steuer-ID?
Ja. Die Bank braucht deine Steuer-Identifikationsnummer, bei Paaren beide. Du findest sie auf dem Einkommensteuerbescheid, der Lohnsteuerbescheinigung oder beim Bundeszentralamt für Steuern.
Geht ein Freistellungsauftrag auch bei Banken im Ausland?
Meist nicht. Banken ohne Sitz in Deutschland ziehen keine deutsche Abgeltungsteuer ab, deshalb gibt es dort auch keinen Freistellungsauftrag. Du trägst die Zinsen dann in der Steuererklärung ein. Einige Zinsportale führen die Steuer über eine deutsche Partnerbank ab, dort geht dann auch ein Freistellungsauftrag. Prüf das beim Anbieter.